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Corona-Virus

Was Hundehalter jetzt zu dem auf der ganzen Welt verbreiteten Virus wissen sollten

Viele Tierbesitzer machen sich derzeit Sorgen, was die Corona-Pandemie für sie und das Zusammenleben mit Tieren bedeutet. Vielleicht stellst auch du dir Fragen, etwa ob das Corona-Virus auf dein Tier übertragbar ist, wie es um die Versorgung deines Tiers im Krankheitsfall steht und was du nun bei der Hygiene beachten solltest. Hier erfahren Tierbesitzer wichtige Informationen rund um das Corona-Virus.

Ist COVID-19 gefährlich für mein Tier?

Die beruhigende Antwort lautet: Nein. Bislang haben Forscher keine Hinweise gefunden, dass es bei Haustieren wie Hunden und Katzen zu SARS-CoV-2-Infektionen kommt. Im Februar dieses Jahres erregte ein Fall in der Presse Aufmerksamkeit, bei dem bei einem Hund das neuartige Coronavirus nachgewiesen wurde. Die Besitzerin war mit dem Erreger infiziert. Der Hund zeigte keinerlei Krankheitssymptome. Experten, wie etwa des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) sowie auch der Vetsuisse Fakultät in Zürich, sehen jedoch in diesem Nachweis der Coronaviren beim Hund noch lange keinen Beweis dafür, dass dieser infiziert war oder selbst Viren ausschied. Sie vermuten vielmehr, dass der Virennachweis durch eine Verunreinigung zustande gekommen war, sodass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um eine „echte“ Infektion handelte. Für diese These spricht auch, dass bei dem Hund ein besonders empfindlicher Test angewendet wurde, der auch schon geringste Virusmengen anzeigt. Die Experten gehen davon aus, dass diese geringen Mengen wahrscheinlich aus der Umgebung des Hundes stammten. Eine aktuelle chinesische Untersuchung konnte zwar jüngst zeigen, dass Katzen und Frettchen unter Laborbedingungen empfänglich für das Coronavirus sein können, ob sie dies auch unter realen Bedingen sind, belegt die Untersuchung jedoch nicht. Die Annahme, dass Katzen die Coronavirus-Infektion unter echten Bedingungen hingegen nicht weitergeben, untermauert zum Beispiel die Untersuchung des Virologen Prof. Hendrik Streeck: Er untersuchte die Umgebung von Coronavirus-Infizierten im Kreis Heinsberg und nahm auch von Katzen Abstriche, die mit den Erkrankten im gleichen Haushalt lebten. Im Ergebnis war kein einziges der untersuchten Tiere positiv, obwohl die Katzen in einer vermutlich stark kontaminierten Umgebung lebten. Da es sich bei der Corona-Pandemie aber um ein dynamisches Geschehen handelt, beobachten Wissenschaftler dennoch aufmerksam die weitere Entwicklung. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat zu diesem Thema ein Dokument veröffentlicht, das die wichtigsten Fragen zur Rolle von Haustieren und Covid-19 beantwortet.

Kann mein Tier Überträger des neuen Coronavirus sein?

Auch zu dieser Frage gibt die Forschung bislang Entwarnung: Bis jetzt liegen laut FLI und anderen Forschungseinrichtungen keine wissenschaftlichen Hinweise darauf vor, dass Hunde oder Katzen das Coronavirus auf den Menschen übertragen können oder für die Ausbreitung von SARS-CoV-2 von Bedeutung sind. Es ist jedoch sinnvoll – wie beim generellen Umgang mit Haustieren – auf eine gute Hygiene im Haushalt (v.a. Händewaschen) zu achten.

Was passiert mit meinem Tier, wenn ich krank bin oder unter Quarantäne stehe?

Wenn bei dir der Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion besteht oder du ein positives Testergebnis hast, ist es sinnvoll eine andere Person um die Versorgung deines Tieres zu bitten. Trau dich und frage Nachbarn, Verwandte oder Freunde nach Unterstützung. Ideal ist es, wenn du dein Tier dann über die gesamte Dauer der Quarantäne betreuen lassen kannst. Denke daran die betreuende Person auch zu informieren, wenn dein Tier besondere Tiernahrung oder Medikamente benötigt. Bislang haben die meisten Tierarztpraxen geöffnet oder bieten Terminsprechstunden an, sodass Diätfuttermittel oder Tierarzneimittel in ausreichender Menge erhältlich sind.

Wenn du selbst an COVID-19 erkrankt bist und dein Tier von einer anderen Person betreuen lässt, sollten Hygieneregeln konsequent eingehalten werden. Denn neben der direkten Übertragung können Coronaviren auch indirekt durch verunreinigte Oberflächen übertragen werden – auch Tiere von infizierten Besitzern können somit – zumindest theoretisch – geringe Virusmengen auf ihrem Körper aufweisen, die für einige Tage infektiös bleiben.

Findet sich keine Betreuung für dein Tier kann auch eine professionelle Hundebetreuung eine Lösung sein. Sollte dein Tier während der Quarantäne bei dir zu Hause bleiben müssen, beherzige in jedem Fall die empfohlenen Hygieneregeln (s. unten). Falls dein Tier während deiner häuslichen Quarantäne tierärztliche Hilfe benötigt, kontaktiere bitte deine/n Tierärztin/Tierarzt telefonisch und informiere ihn unbedingt über deinen Infektionsverdacht bzw. über deine Infektion mit SARS CoV 2.

Das Coronavirus bei Hund, Katze und anderen Haustieren

Coronavirus ist nicht gleich Coronavirus. Vielmehr verbirgt sich hinter dem Begriff eine große Gruppe von Viren. Die einzelnen Viren der Gruppe unterscheiden sich mitunter stark voneinander. Man könnte es ein bisschen mit einer Familie vergleichen: Eng verwandte Familienmitglieder ähneln einander und weisen häufiger gemeinsame Eigenschaften auf. Anders ist das bei entfernten Verwandten: Der Großonkel väterlicherseits hat mit dir oder deinen Kindern vermutlich keine offensichtlichen Gemeinsamkeiten mehr, obwohl er zur gleichen Familie gehört. So gibt es auch in der Tierwelt zahlreiche Coronaviren, für die zum Beispiel Fische, Vögel und auch viele Säugetiere empfänglich sind. Diese unterscheiden sich jedoch vollkommen von dem nun grassierenden SARS-CoV-2.
Auch bei Hunden und Katzen sind schon lange verschiedene Coronavirus-Infektionen bekannt. Diese sind jedoch für Menschen ungefährlich. Zu den bekannten Erkrankungen bei Haustieren, die durch Coronaviren ausgelöst werden, zählen zum Beispiel bei der Katze:

FIP (Feline infektiöse Peritonitis, Felines Corona Virus)

und beim Hund:

Canines Coronavirus (CCoV)

Das feline Coronavirus ist weit verbreitet und verursacht bei den meisten Katzen keine Symptome. Erst durch eine Mutation kann es bei manchen Katzen zur FIP kommen, einer schweren Erkrankung, die in der Regel tödlich verläuft. Das canine Coronavirus kann bei Hunden zu meist milden Durchfallerkrankungen führen.

Schutz vor dem neuartigen Coronavirus: Hygiene ist das A&O

Das oberste Gebot zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus – wie auch allgemein vor Infektionen – ist sorgfältige Hygiene! Wenn du selbst infiziert bist oder das Tier einer SARS-CoV-2-infizierten Person pflegst, ist eine gute Handhygiene essenziell, d. h. Händewaschen nach jedem Kontakt mit dem Tier, seinem Futter oder seinen Ausscheidungen. Wasser und Seife sind dazu vollkommen ausreichend. Wichtig ist es jedoch, die Hände ausreichend lange zu waschen (mindestens 30 Sekunden) und sorgfältig alle Bereiche (Daumen, Fingerzwischenräume, Handrücken und Handflächen) einzuseifen. Nach dem gründlichen Abspülen ist es sinnvoll Papierhandtücher zum Abtrocknen zu verwenden. Stehen diese nicht zur Verfügung, sind Stoffhandtücher eine Alternative. Diese sollten jedoch häufig ausgetauscht und nur von je einer Person verwendet werden. "Hundeküsschen" sind tabu – vermeide es, dich vom Tier belecken zu lassen! Zuwendung durch Spiele, die kaum Kontakt erfordern, sind hingegen erlaubt: Sie stärken die Bindung zwischen Mensch und Tier und bringen Abwechslung und Ablenkung, die jetzt gut tut!

Quellen:

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI): www.fli.de
Tierspital der Universität Zürich: Das neue Coronavirus: Informationen für Tierhalterinnen und Tierhalter. Stand: 03.03.20 https://www.tierspital.uzh.ch/dam/jcr:40e30d07-2c10-4bc2-af33-e7769007aa7e/COVID-19%20Information%20f%FCr%20Tierhalterinnen%20und%20Tierhalter.pdf)
Welttiergesundheitsorganisation OIE (World Organisation for Animal Health): Questions an Answers on the 2019 Coronavirus Disease (COVID-19). www.oie.int (https://www.oie.int/scientific-expertise/specific-information-and-recommendations/questions-and-answers-on-2019novel-coronavirus/)
Chen, Hualan. "Susceptibility of ferrets, cats, dogs, and different domestic animals to SARS-coronavirus-2." bioRxiv (2020)

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