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Hören, Sehen, Riechen, Schmecken - Die Sinnesorgane des Hundes

Hunde können gut riechen, das wissen die meisten Menschen. Doch wie steht es um die anderen Sinne unserer Vierbeiner?

Der Geruchssinn

Schon die Größe der Riechschleimhaut zeigt, wieviel besser unsere vierbeinigen Freunde riechen können. Denn die meisten Hundenasen bieten mehr Platz für Riechzellen als die menschliche Nase.

Hunde besitzen 40x mehr Riechzellen als Menschen

Ist die Nase des Menschen gerade mal 5 cm² groß mit 5 Millionen Riechzellen, umfasst sie beim Hund eine Fläche von 150 cm² mit über 200 Millionen Riechzellen. Die Menge der Riechzellen ist je nach Rasse unterschiedlich. Besonders viele dieser Zellen besitzt z.B. der Deutsche Schäferhund, nämlich 220 Millionen.
Mit ihrer Nase können Hunde nicht nur sehr schwache Düfte erkennen, sie können sogar Gerüche differenzierter wahrnehmen – beispielsweise sind sie in der Lage einzelne Gewürze aus einem Gericht herauszuriechen. Sie können auch unterscheiden, aus welcher Richtung der Geruch kommt. So kann ein Suchhund wenige Geruchsmoleküle eines Menschen aus einer großen Masse anderer Gerüche herausriechen und die Richtung verfolgen, in die der Mensch gegangen ist.

Hören Hunde besser als Menschen?

Auch beim Hören ist der Hund uns Menschen weit überlegen. Er kann sehr tiefe und sehr hohe Tonfrequenzen wahrnehmen, die das menschliche Ohr nicht mehr hören kann. Deshalb sind sehr hohe Hundepfeifen, die für uns fast nicht hörbar sind, für den Vierbeiner ein deutliches Signal.
Auch Geräusche, die sehr weit weg sind, kann er besser wahrnehmen als wir und aus einer größeren Lärmkulisse die Töne herausfiltern, die ihn betreffen. Zusätzlich sind seine Ohren durch viele Muskeln sehr beweglich und können hören, woher der Ton genau kommt. Der Hund kann so z.B. eine ihm bekannte Hundepfeife problemlos aus anderen Umgebungsgeräuschen herausfiltern und weiß auch genau, aus welcher Richtung der Pfiff kommt.

Das Auge – wie sehen Hunde?

Das Auge des Hundes ist optimal auf die Jagd in der Dämmerung angepasst. So besitzt es viele lichtempfindliche Sinneszellen - die sogenannten Stäbchen - und eine reflektierende Schicht, die das schwache Licht in der Dämmerung reflektiert.

Ammenmärchen: Farbenblindheit

Der Irrglaube, dass Hunde farbenblind sind, also nur schwarz-weiß sehen, hält sich immer noch hartnäckig. Ihr Sehorgan ist schlichtweg mehr auf das Sehen von Farben bei Dämmerung ausgerichtet. So kann es gut blaue Töne unterscheiden, wohingegen rot und grün nur gelblich gesehen werden. Daher ist ein roter Ball in einer grünen Wiese für den Hund nur sehr schwer zu erkennen, wiederum einen blauen Ball findet er ohne Probleme.

Räumliches Sehen und Fernsicht

Das Sichtfeld ist durch die Augen, die eher an der Seite des Schädels sind, sehr groß. Allerdings ist das räumliche Sehen dadurch nur eingeschränkt möglich.
Die spannende Frage, ob der Hund scharf sehen kann, ist noch nicht abschließend erforscht. Aber auf Grund der Anatomie des Auges geht man davon aus, dass sie kurzsichtig sind, jedoch sehr gut eine Bewegung aus der Umgebung herausfiltern können. So lässt sich auch das Verhalten von Beutetieren, wie Rehen erklären, die meist, wenn sie einen Hund oder Wolf sehen, wie angewurzelt stehen bleiben. Du kannst es bei deinem Vierbeiner selbst ausprobieren: Stelle dich ganz ruhig hin und rufe deinen Liebling aus etwas größerer Entfernung. Er wird verunsichert sein und dich erst erkennen, sobald du dich wieder bewegst.

Der Geschmackssinn – hier ist der Mensch überlegen

Hunde schmecken zwar die gleichen fünf Grundgeschmäcker wie der Mensch: fleischig, süß, bitter, salzig und sauer, allerdings haben sie viel weniger Geschmacksrezeptoren. Menschen besitzen rund 9000 dieser Rezeptoren, wohingegen Hunde durchschnittlich nur 1700 haben. Noch weniger haben beispielsweise Katzen, mit nur 500 Geschmacksrezeptoren können sie süß nicht herausschmecken. Daher prüfen unsere Vierbeiner das Futter zuerst mit ihren feinen Nasen - wenn es nicht gut riecht, wird es erst gar nicht probiert.

Weitere Sinne des Hundes

Auch wenn sie oft unter dichtem Fell versteckt sind, Hunde besitzen - vor allem über den Augen, am Kinn und an der Schnauze - sogenannte Vibrissen. Das sind Tasthaare, deren Haarfollikel mit feinen Nerven verbunden sind. Mit diesen und weiteren Tasthaaren über den Körper verteilt, können sich bereits Welpen zurechtfinden, bevor sie überhaupt zum ersten Mal die Augen öffnen.
Dem Hund wird auch die Fähigkeit nachgesagt, sich nach dem Magnetfeld der Erde richten zu können. Hier befindet sich die Forschung allerdings erst in den Anfängen. Mit Sicherheit wird man hier im Laufe der Zeit noch viele spannende Einzelheiten entdecken.

Trainingstipp für Schnüffelhelden

Probiere beim nächsten Spaziergang doch mal den unglaublichen Geruchssinn deines Hundes aus. Verstecke zum Beispiel einen Beutel mit Leckerlis oder einfach ein Tuch, das nach dir riecht und belohne ihn, wenn er es findet. Die meisten Hunde lieben Herausforderungen für ihre Nase und du wirst erstaunt sein, wie schnell und gezielt auch bald gut versteckte Dinge erschnüffelt werden.

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