Übergewichtiger Labrador bekommt von seinem Herrchen seinen Hundenapf gereicht.
Icon einer Schlange, welche sich um einen Stab windet. Die Worte von Tierärzten entwickelt steht darunter.

Wenn dein Hund sehr viel trinkt

Wenn dein Hund viel mehr trinkt als sonst, kann dich das schnell verunsichern. Vielleicht musst du plötzlich den Wassernapf nachfüllen, was sonst nie der Fall war. Er hat so großen Durst, dass er zusätzlich aus deiner Grießkanne oder jeder sich bietenden Pfütze trinken möchte. Oder dein Hund weckt dich, weil er mit einem Mal regelmäßig nachts raus muss. Übermäßiges Trinken nennt man Polydipsie. Was kann dahinterstecken, wie kann man es behandeln und welchen Einfluss hat die Fütterung.

Können Hunde zu viel trinken? 

Wenn dein Hund sehr viel Wasser aufnimmt, gerät sein Körper ein Stück weit aus dem Gleichgewicht. Wasser ist lebenswichtig – aber zu viel davon kann auch Probleme machen, vor allem, wenn eine Erkrankung dahintersteckt und die Ursache nicht behoben wird. 

Was passiert, wenn Hunde zu viel trinken? 

Im Körper gibt es ein fein abgestimmtes System, das Wasser, Mineralstoffe (z. B. Natrium) und Hormone steuert. Dein Hund trinkt zu viel, dann kommt der Wasserhaushalt durcheinander. Das Blut wird „verdünnt“, wichtige Mineralstoffe werden ausgeschwemmt und die Nieren müssen ständig auf Hochtouren arbeiten. Der Körper versucht das überschüssige Wasser loszuwerden. Deshalb setzt dein Hund größere Mengen Urin ab und muss meist auch häufiger raus. Und vielleicht schafft er es dann auch manchmal nicht mehr rechtzeitig nach draußen und wird unsauber. Gesteigerten Urinabsatz nennt man Polyurie. Diese geht fast immer mit einer Polydipsie, der zu reichlichen Wasseraufnahme, einher. Der Körper braucht ein bestimmtes Gleichgewicht an Salzen. Trinkt dein Hund zu viel, kann es zu einer Störung des Salzhaushalts kommen. Der Natriumspiegel im Blut kann durch gesteigertes Trinken sinken, die Zellen können anschwellen. Im Extremfall kann es zu Schwäche, Zittern oder Verwirrung kommen. Das ist selten, aber möglich – vor allem bei sehr starkem oder plötzlichem übermäßigem Trinken. Das Durstgefühl wird im Gehirn gesteuert. Bei bestimmten Erkrankungen (z. B. hormonellen Problemen) bekommt der Körper falsche Signale: dein Hund denkt, er müsse trinken, obwohl genug Wasser vorhanden ist oder die Nieren reagieren nicht richtig auf die eigentlich regulierenden Hormone. 

Langfristig kann viel Trinken beim Hund eine Dauerbelastung für seine Organe bedeuten:

  • erhöhte Belastung der Nieren 
  • mehr Arbeit fürs Herz-Kreislauf-System 
  • schnelleres Fortschreiten bestehender Erkrankungen 

Dabei ist das viel Trinken beim Hund selbst nicht das eigentliche Problem. Es ist ein Hinweis darauf, dass im Körper möglicherweise etwas nicht stimmt. Deshalb gilt immer: Nicht nur die hohe Wasseraufnahme beobachten, sondern die Ursache abklären lassen.

Wie viel trinkt ein Hund am Tag 

Von Polydipsie spricht man, wenn dein Hund deutlich mehr Wasser aufnimmt als normal. Als grobe Orientierung gilt:

Die normale Trinkmenge beim Hund beträgt etwa 50 ml Wasser pro kg Körpergewicht am Tag.

Auffällig hoch ist eine Trinkmenge ab ca. 100 ml pro kg Körpergewicht täglich. Dein Hund trinkt viel Wasser ab 100 ml pro kg Körpergewicht am Tag.
Ein Beispiel: Ein 10 kg-Hund sollte etwa 500 ml Wasser trinken. Trinkt er regelmäßig 1 Liter oder mehr, lohnt sich ein genauer Blick.
Aber nicht jede Phase mit mehr Durst ist gleich krankhaft. Nach Hitze, Sport oder salzigem Futter ist viel Trinken beim Hund normal.

Ist übermäßiges Trinken beim Hund immer ein Symptom für eine Krankheit?  

Polydipsie, also das viele Trinken beim Hund, ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Es kann viele Gründe geben – harmlose und ernstzunehmende. Dein Hund trinkt sehr viel und du fragst dich, was es bedeutet und was die Ursachen dafür sein können. Es gibt harmlose Gründe und ernst zu nehmende Ursachen.  

Harmlosere Ursachen sind  

  • heißes Wetter: der Hund schwitzt und hechelt viel. Das dadurch verloren gegangene Wasser muss ersetzt werden.
  • körperliche Aktivität: auch hierdurch verbraucht der Hund mehr Flüssigkeit und muss viel Wasser trinken  
  • Fütterung mit Trockenfutter: es enthält ca. 10% Feuchtigkeit und damit deutlich weniger Wasser als Nassfutter, das meist ca. 80% Feuchtigkeit enthält. Daher trinken Hunde, die mit Trockenfutter gefüttert werden, deutlich mehr.
  • Kauartikel führen oft zu mehr Durst  
  • Stress oder Aufregung führen zu einer Beschleunigung des Kreislaufs und des Stoffwechsels und so trinkt dein Hund viel Wasser  
  • Medikamente: manche Medikamente (z.B. Cortison) erhöhen den Durst

Ein Appenzeller kaut auf einem Dental Snack

Häufige krankhafte Ursachen, bei denen man genauer hinschauen sollte, sind 

  1. Diabetes mellitus: Bei der Zuckerkrankheit versucht der Körper überschüssigen Zucker auszuspülen.
    Typische Symptome: Hund trinkt viel und uriniert viel, eventuell Gewichtsverlust 
  2. Nierenerkrankungen: Die Nieren können die Stoffwechselendprodukte nicht mehr optimal ausscheiden. Der Wasserhaushalt wird nicht mehr richtig reguliert.
    Typische Anzeichen: Hund trinkt viel und uriniert viel, manchmal Appetitverlust 
  3. Lebererkrankungen: es sammeln sich Stoffwechselgifte im Blut. Die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme soll helfen, diese über die Nieren auszuschwemmen.
    Typische Anzeichen: Hund trinkt viel und manchmal vermehrter Urinabsatz, nachlassender Appetit, Erbrechen 
  4. Cushing-Syndrom: Hormonstörung, bei der der Körper zu viel Cortisol, also körpereigenes Kortison bildet Typische Symptome: starker Durst, Heißhunger, dünnere Haut, Fellveränderungen 
  5. Pyometra: Gebärmutterentzündung bei unkastrierten Hündinnen ca. 2 bis 9 Wochen nach der Läufigkeit. Das ist sehr gefährlich und ein Notfall – sofort zum Tierarzt!
    Typische Symptome: Hund trinkt viel, Schlappheit, eventuell Ausfluss, Appetitlosigkeit

Dein Hund trinkt und frisst nicht?
Das kann besonders ernst sein.  

Vor allem bei folgenden Anzeichen solltest du baldmöglichst einen Tierarzt aufsuchen

  • dein Hund trinkt viel Wasser, deutlich mehr als sonst üblich 
  • das Verhalten hält länger als 2–3 Tage 
  • er uriniert gleichzeitig viel 
  • er wirkt schlapp, appetitlos oder verändert 

Durch verschiedene Untersuchungen kann der Tierarzt die Ursache eingrenzen und herausfinden, warum dein Hund zu viel trinkt. Dazu gehören beispielsweise die Allgemeinuntersuchung, Blutuntersuchungen, eine Urinprobe, spezielle Untersuchungen einzelner Organe per Ultraschall, Röntgen und gegebenenfalls Hormon-Tests. Diese Untersuchungen helfen dabei bei den vielen möglichen Ursachen, die zutreffende zu finden und die richtige Behandlung einzuleiten.

Hund liegt neben Napf mit Trockenfutter und Aufschrift „All you feed is love“. Der Hund wirkt entspannt. Happydog könnte eine passende Markenwahl sein.

Je nach Erkrankung gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten 

Bei Diabetes wird in der Regel die Fütterung deines Vierbeiners umgestellt. Dabei werden kohlenhydratarme Rezepturen mit erhöhtem Ballaststoffanteil bevorzugt, die helfen, den Blutzucker zu stabilisieren. Meist muss der Hund zudem auf Insulin eingestellt werden.
Auch bei Nierenerkrankungen ist eine Futterumstellung, in diesem Falle auf eine nierenschonende Diät mit weniger Eiweiß und weniger Phosphor sinnvoll. Es gibt spezielle Medikamente, die die geschwächte Niere unterstützen können. Liegt eine bakterielle Infektion vor, benötigt der Hund ein passendes Antibiotikum oder ggf. andere entzündungshemmende Mittel.
Im Falle einer Pyometra wird meistens sogar ein operativer Eingriff zur Entfernung der vereiterten Gebärmutter notwendig sein.
Bei einer Hormonstörung wie dem Cushing-Syndrom werden geeignete Medikamente eingesetzt, die den Hormonhaushalt regulieren. 

In diesen Fällen wird nicht die Polydipsie selbst behandelt, sondern ihre Ursache.

Ein großer, zotteliger Hund sitzt aufrecht, hechelt und schaut fröhlich. Der Hintergrund ist weiß. Happydog Futter bietet optimale Unterstützung für das Tier.

Dein alter Hund trinkt plötzlich sehr viel 

Lassen die Organfunktionen und Stoffwechselleistungen im Alter langsam nach, kann es bei alten Hunden dazu kommen, dass sie sehr viel mehr trinken und öfter raus müssen. Am häufigsten sind beim Hundesenior die Nieren- und Leberfunktion beeinträchtigt. Eine Nierenschwäche wird auch Niereninsuffizienz genannt. Auch die Leber kann mit zunehmendem Alter anfangen ihre entgiftende Funktion zu verlieren. Man spricht hierbei von Leberschwäche bzw. -insuffizienz. Beide Erkrankungen sind nur schwer zu behandeln. Darum ist es sehr wichtig, bei großen Rassen im Alter von ca. 7 Jahren, bei kleinen Rassen ab ca. 10 Jahren einen kritischen Blick auf die Ernährung zu werfen und mit der Umstellung auf ein leichtverdauliches und organschonendes Seniorenfutter vorzubeugen. Um bereits bestehende Erkrankungen frühestmöglich zu erkennen und die Organe bei Bedarf schnellstmöglich entlasten zu können, empfiehlt es sich beim Tierarzt jährlich einen Seniorencheck mit Blutuntersuchung machen zu lassen. Liegt eine behandlungsbedürftige Störung der Nieren- und Leberfunktion vor, ist in jedem Falle eine spezielle nieren- und leberschonende Diät sinnvoll.

Dein alter Hund trinkt plötzlich sehr viel  

Lassen die Organfunktionen und Stoffwechselleistungen im Alter langsam nach, kann es bei alten Hunden dazu kommen, dass sie sehr viel mehr trinken und öfter raus müssen. Am häufigsten sind beim Hundesenior die Nieren- und Leberfunktion beeinträchtigt. Eine Nierenschwäche wird auch Niereninsuffizienz genannt. Auch die Leber kann mit zunehmendem Alter anfangen ihre entgiftende Funktion zu verlieren. Man spricht hierbei von Leberschwäche bzw. -insuffizienz. Beide Erkrankungen sind nur schwer zu behandeln. Darum ist es sehr wichtig, bei großen Rassen im Alter von ca. 7 Jahren, bei kleinen Rassen ab ca. 10 Jahren einen kritischen Blick auf die Ernährung zu werfen und mit der Umstellung auf ein leichtverdauliches und organschonendes Seniorenfutter vorzubeugen. Um bereits bestehende Erkrankungen frühestmöglich zu erkennen und die Organe bei Bedarf schnellstmöglich entlasten zu können, empfiehlt es sich beim Tierarzt jährlich einen Seniorencheck mit Blutuntersuchung machen zu lassen. Liegt eine behandlungsbedürftige Störung der Nieren- und Leberfunktion vor, ist in jedem Falle eine spezielle nieren- und leberschonende Diät sinnvoll.

Ein großer, zotteliger Hund sitzt aufrecht, hechelt und schaut fröhlich. Der Hintergrund ist weiß. Happydog Futter bietet optimale Unterstützung für das Tier.

Dein Hund trinkt abends viel 

Hast du das Gefühl, als würde dein Hund besonders am Abend viel trinken? Das kann völlig harmlos sein oder auf eine der oben genannten Probleme hinweisen. Oft hängt es aber nur damit zusammen, dass der Vierbeiner am Abend noch einmal seinen Wasserhaushalt in Ordnung bringen möchte. Vielleicht hatte er Trockenfutter zum Abendessen, war nochmal länger Gassi, es war tagsüber sehr warm oder er hat vor dem Zubettgehen bereits länger geruht und deshalb nun Durst. Wenn er nachts allerdings regelmäßig rausgelassen werden muss, sollte man der Ursache genauer auf den Grund gehen.

Was kannst du vor dem Besuch beim Tierarzt selbst tun? 

Da du deinen Hund am besten kennst, bist du derjenige, der die entscheidenden Informationen für die Ursachenfindung liefern kann. Am besten machst du dir Notizen zu folgenden Fragen: 

  • Wie viel trinkt dein Hund täglich? 
  • Wie oft uriniert er und muss er untypischerweise nachts raus? 
  • Was genau fütterst du und was bekommt dein Hund als Kauartikel angeboten? 
  • Hast du gerade einen Futterwechsel gemacht? 
  • Hat sich das Verhalten deines Hundes insgesamt verändert? Ist er beispielsweise viel ruhiger als sonst? 
  • War deine Hündin läufig? Und wenn ja, wann genau? 
  • Hat dein Hund abgenommen oder weniger Appetit als üblich?

Beagle mit Durchfall wird von einer Tierärztin untersucht

Tipp

Für deinen Tierarzt ist es hilfreich, die getrunkene Wassermenge zu kennen. Diese kannst du ermitteln, indem du die Wassermenge über 24 Stunden abmisst, die du in den Napf gibst. Der Hund trinkt sehr viel und du musst den Napf mehrfach auffüllen? Dann notiere das und rechne es zusammen. Wenn nach 24 Stunden noch ein Rest im Napf geblieben ist, miss auch ihn ab und ziehe ihn von der Gesamtmenge des innerhalb der 24 Stunden angebotenen Wassers ab.

Ernährung bei Polydipsie – das solltest du beachten 

Die Fütterung spielt eine große Rolle, wenn der Hund sehr viel trinkt. Je nach Ursache kannst du ihn wie folgt unterstützen: 

  • Immer frisches Wasser bereitstellen, damit der Hund viel trinken kann 
  • Wasser nicht einschränken, auch wenn du denkst, dein Hund trinkt zu viel und dich das nächtliche Extra-Pipi vielleicht nervt 
  • hochwertiges Futter und Kauartikel verwenden 
  • die passende Diät mit deinem Tierarzt besprechen 

Trockenfutter führt wegen seines geringeren Feuchtigkeitsgehaltes dazu, dass der Hund viel trinkt - deutlich mehr als bei der Fütterung mit Nassfutter. Zudem hat auch der Salzgehalt in der Nahrung eine große Auswirkung darauf, ob der Hund sehr viel trinkt oder eher nicht. Manchmal bemerkt man nach einem Futterwechsel auf eine andere Marke, dass der Hund plötzlich viel mehr trinkt. In einem solchen Fall ist es einen Versuch wert zurück auf die vorher verwendete Futtersorte zu wechseln, um herauszufinden, ob es an der Rezeptur des neuen Hundefutters liegt. Auch Kauartikel sind stark getrocknet, dadurch kommt es nach dem Verzehr ebenfalls zu einem erhöhten Durstgefühl. Ein Hund trinkt viel Wasser, wenn er ausgewogenes Trockenfutter bekommt. Das ist völlig normal und führt bei einem gesunden Hund nicht zu nächtlichen Ausflügen in den Garten. Sollte dich das zusätzliche Trinken bei Fütterung eines Trockenfutters stören, kannst du eine Umstellung auf Nassfutter versuchen. Aber auch hier solltest du natürlich auf eine ausgewogene Rezeptur ohne übermäßigen Salzgehalt achten. Denn: zu viel Salz macht nicht nur durstig, es ist auch nicht gesund.

Können Hunde zu viel trinken und wie verhalte ich mich gegenüber meinem Hund, wenn er sehr viel trinkt? 

Auch wenn es dich beunruhigt, wenn dein Hund viel trinkt, bleibe ruhig und aufmerksam. Beobachte und notiere am besten Veränderungen, die du bemerkst. Wenn du dir unsicher bist, dann gehe lieber früher mit deinem Hund zum Tierarzt. Er kann dir helfen, der Ursache für das vermehrte Trinken auf den Grund zu gehen. Mit der richtigen Betreuung kannst du deinen Hund optimal unterstützen. 

Fazit zu „Hund trinkt zu viel“: 

  1. Polydipsie bedeutet: dein Hund trinkt deutlich mehr als normal. 
  2. Wenn Hunde viel trinken, kommen verschiedenste Ursachen in Betracht - von harmlos bis hin zu einer ernstzunehmenden Erkrankung. 
  3. Häufige Gründe sind Diabetes, Nierenerkrankungen oder Hormonstörungen. 
  4. Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache. 
  5. Die Ernährung spielt eine wichtige unterstützende Rolle, wenn der Hund viel Wasser trinkt.

Wenn du beunruhigt bist, weil dein Hund sehr viel trinkt, egal ob dir das plötzlich auffällt oder schon eine Weile so ist, hör auf dein Bauchgefühl und gehe zum Tierarzt. Gemeinsam lässt sich die Ursache am schnellsten klären und bei einem möglichen ernsteren Problem hilfreiche Maßnahmen ergreifen.

Quellen:

Kohn, B. et al.: Praktikum der Hundeklinik, Thieme Verlag, 12. Auflage 2018
Zentek, J.: Ernährung des Hundes, Thieme Verlag, 10. Auflage 2026

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