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Das Vermächtnis der Schlittenhunde

Einen unerschütterlichen Willen, gewaltige Ausdauer und unbändige Kraft – Schlittenhunde sind wahre Helden auf vier Pfoten. Und wir begeben uns auf ihre Spuren.

Eisige Kälte, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Der Wind peitscht unbarmherzig, die Sicht ist nicht klar. Müdigkeit und Erfrierungen zwingen den Menschen in die Knie. Doch die Zeit rennt und die Hunde rennen schneller. Es geht um Leben und Tod und die Laune der Natur ist der Feind.

1085 Kilometer galt es durch ein unübersichtliches Terrain zu überwinden und das mit 20 Musher und knapp 150 Schlittenhunden, auch besser bekannt als „Der Serumlauf nach Nome“. Diphtherie brach in der kleinen Stadt aus und bedrohte das Leben von unzähligen Kindern, die einzige Chance: Antitoxin. Das Medikament war jedoch über 1000 Kilometer entfernt. Was folgte, war eine der spektakulärsten und dramatischten Rettungsaktionen, die nicht nur den 150 Hunden Berühmtheit verschaffte, sondern den gesamten Schlittenhunden neues Ansehen brachte.

Doch die Geschichte der Schlittenhunde begann noch früher.


Der Ursprung der Schlittenhunde

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Die Schlittenhunde sind eine der ältesten Hundearten, da sie seit über 2000 Jahren in einer engen Beziehung zum Menschen leben und sich gemeinsam den Widrigkeiten der rauen Natur stellen. Die damaligen Schlittenhunde, welche unter harten Witterungsbedingungen leben mussten, waren sehr groß, hatten einen dichten Pelz und ein wolfsähnliches Aussehen – sie sind die Vorfahren der heutigen nordischen Hunderassen, wie der Siberian Husky oder der Alaskan Malamute. Diese Hunde zogen für die indigenen Völkerstämme und Nomadenvölker im nordöstlichen Teil von Sibirien ihre Schlitten. Zudem wurden sie auch für die Jagd und zum Schutz der Siedlungen eingesetzt.
Anfang der 1900er wurden sogenannte Postteams gegründet, um Briefe über eine längere Strecke mit Hilfe von Zughunden zu transportieren. Als dann in verschiedenen Regionen von Alaska, unter anderem Nome, Gold entdeckt wurde, haben die Menschen Schlittenhunde für den Transport von Material eingesetzt. Gleichzeitig wurden die ersten Weichen für Schlittenhunderennen gesetzt.

Die ersten Schlittenhunderennen

Das erste Land in dem offizielle Schlittenhunderennen veranstaltet wurden, war Alaska. Und bis heute herrscht dort eine sehr große Begeisterung für diesen Sport. Dog Mushing ist sogar der Nationalsport in Alaska. 1908 fand das erste dokumentierte Schlittenhunderennen in Nome statt. Die Idee dahinter war, die Bürger im Winter aus ihren Häusern zu locken und ihnen Unterhaltung zu bieten.

Große Berühmtheit erlangten Schlittenhunde 1925 durch den Serumlauf nach Nome. In 5 ½ Tagen legten die Musher mit ihren Hunden eine Strecke von 1085 Kilometer zurück. Wo Flugzeuge und andere Transportmittel keine Chance gegen den strengen Winter mit Temperaturen bis zu -40 Grad hatten, schafften es die Schlittenhundeteams das Medikament rechtzeitig und unbeschadet von Nenana nach Nome zu bringen. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die beiden Leithunde Togo und Balto, die jeweils eine Distanz von 420 und 160 Kilometern zurückgelegt hatten. Togo war zu diesem Zeitpunkt bereits 12 Jahre alt.

Für Musher in Europa hingegen war es, aufgrund der großen Distanz und strengen Quarantänebestimmungen für Hunde beinahe unmöglich an nordamerikanischen Schlittenhunderennen teilzunehmen. So blieb nur eine Lösung: Europa rief ihre eigenen Schlittenhunderennen mit ihren Regeln und Standards über den Typ Hund, der bei diesen Rennen laufen sollte, ins Leben. Während es in Alaska durchaus üblich war auch andere Hunderassen wie den Foxhound vor den Schlitten zu spannen, wurden die Schlittenhunde in Europa strikt auf nordische Rassen reduziert. Mittlerweile gibt es eine offene und reinrassige Klasse.

Das Vermächtnis der Schlittenhunde

Heutzutage erfreuen sich Schlittenhunderennen immer noch großer Beliebtheit vor allem in den arktischen Regionen der Vereinigten Staaten, Kanada, Russland und Grönland, aber auch in Nord- und Mitteleuropa wächst die Popularität. Das Gespann kann je nach Klasse aus zwei bis zu über zwölf Hunden bestehen. Allgemein wird bei Schlittenhunderennen zwischen Wagenrennen und Schlitten- oder Schneerennen unterschieden.

Bei den Wagenrennen ziehen die Schlittenhundeteams hauptsächlich Trainingswagen. Diese sind meist vierrädrig. Der Musher kann ähnlich wie auf einem Schlitten stehen, hinter dem er sich auch laufend oder schiebend an der Fortbewegung beteiligen kann. Wagenrennen wurden in Mitteleuropa wegen des Schneemangels eingeführt.

Als Trainingswagen werden in der Musherwelt all jene nicht motorisierte Wagen bezeichnet, die für das Kraft- und vorwinterliche Training benutzt werden oder speziell leicht gebaute Wagen für Wagenrennen in Europa. Auch in Alaska wird zu Beginn der Saison am Wagen trainiert.

Das wichtigste Gebiet des Schlittenhundesports bilden die Schlittenrennen auf Schnee. Die Unterteilung ist ganz simpel, zum einen gibt es Sprint-Rennen, die Strecke variiert hier, je nach Teamgröße zwischen 10–20 km und zum anderen Distance-Rennen. Diese Rennen dauern mehrere Tage an und beinhalten pro Tag eine Strecke von mindestens 40 Kilometern. Die Rennen sind nicht nach Rasse getrennt, aber die Wertung schon, streng nach der deutschen Devise: “Gemeinsam starten-getrennt werten.”

Im Gegensatz zu früher, gelten die Schlittenhunde heute als Teil der Familie und werden nicht mehr als Arbeitstiere, sondern als Partner sowohl im Sport als auch in anderen Lebensbereichen gesehen. Doch nicht nur die Einstellung gegenüber dem Hund hat sich geändert, auch die Ausrüstung und das Futter sind auf einem weit gehobeneren Stand als noch vor 200 Jahren.

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